Produktionsprozess

Es herrscht vielfach die Meinung, unser Glas werde einfach maschinell hergestellt. Dem ist aber absolut nicht so. Der größte Teil unserer Kollektion besteht immer noch aus mundgeblasenen Artikeln. Die Glasbläserei ist eine ganz besondere Handwerkskunst, die häufig vom Vater auf den Sohn weiter gereicht wird. Bevor ein Glasbläser in der Lage ist, große und komplizierte Objekte anzufertigen, bedarf es einer jahrelangen Erfahrung und einer gewissen Begabung.
Mundgeblasen:
Beim traditionellen Glasblasen wird mit Hilfe eines Stahlrohrs flüssiges Glas, das etwa eine Temperatur von 1500 Grad Celsius hat, aus einem Ofen (einem so genannten Topf) gezogen. Diesen Vorgang nennt man auch “Erweitern“. Durch die Drehbewegung des Rohrs bei gleichzeitigem Einblasen von Luft wird das Glas auf dem Rohr zentriert. Durch erneutes Eintauchen der Masse in die Glasmasse (Erweitern) wird das Glasvolumen erhöht und kann die Glasmasse ausgeblasen werden. Bei diesem Prozess kann auch unterschiedlich gefärbtes Glas aus verschiedenen Öfen verwendet werden. Mittels eines Rohres wird Luft in das flüssige Glas geblasen, das sich dadurch vergrößert. In den meisten Fällen findet die weitere Ausgestaltung der Form durch zusätzliches Einblasen in einer Schmelzform statt, die häufig Holz (Form aus Birnbaumholz) besteht, die aber auch aus Metall gefertigt sein kann. Die Holzform wird mit Wasser gekühlt, nutzt sich aber aufgrund der extremen Hitze ab, so dass man eine langsam abweichende Form und demnach ein unverkennbares Produkt erhält.

Für die sich anschließende Bearbeitung der Ränder bieten sich unterschiedliche Arbeitsverfahren an:
• Mit Hilfe eines feinen Brenners. Bei dieser Bearbeitung erhält man einen schönen glatten, etwas dickeren Rand, der sich durch hohe Stabilität auszeichnet.
• Schleifen: Schwere Handarbeit, bei der man ein schönes, geradliniges Ergebnis erhält, insbesondere bei dicken Glasqualitäten.
• Ausschneiden: Auch hier wieder Handarbeit. Mit einer Spezialschere wird der Rand abgeschnitten, anschließend weiter erhitzt. Das Ergebnis: ein robuster, dicker und organisch geformter Rand, der die handwerkliche Tradition des Produktes unterstreicht.
• Falten: Der Rand wird von Hand nach unterschiedlichen Verfahren gefaltet. So erhält man ein schönes und außergewöhnliches Resultat, das aufgrund des hohen handwerklichen Aufwandes in einer höheren Preiskategorie angesiedelt ist.
Das fertig gestellte Produkt wandert anschließend zum vorsichtigen Abkühlen in einen anderen Ofen. Bei diesem Prozess treten immer Unregelmäßigkeiten wie Lufteinschlüsse, Farb- und geringe Formdifferenzen auf. Diese “Fehler” zeichnen jedoch Produkte aus, die mit einem hohen handwerklichen Aufwand und nach alter Tradition gefertigt werden.
Maschinelle Produktion:
Ein Teil der Glasartikel wird derzeit ganz oder teilweise maschinell gefertigt. Dank der Industrialisierung des Prozesses wird die Gefahr von Luftblasen und von Differenzen auf ein Mindestmaß reduziert. Häufig werden bei der maschinellen Herstellung robuste Produkte gefertigt die, je nach Form, auch Nähte aufweisen können. Der Qualität von Gebrauchsgegenständen kommt dies häufig zu Gute, und auch was das Preis-Leistungsverhältnis anbelangt, zeigen sich deutliche Unterschiede. Die maschinelle Produktion zeigt jedoch im Hinblick auf Maß und Kreativität deutliche Beschränkungen.